Reisezeitkonstanz im System

Zusammengefasst: sämtliche Autobahn- und Schnellstraßen(aus)bauten der letzten 20 Jahre haben ausschließlich zu einer Verlängerung der Reisedistanzen geführt. Die Reisezeiteinsparung, mit der diese Infrastrukturbauten argumentiert wurden, ist nicht eingetreten. (Was in der Wissenschaft längst als „Reisezeitkonstanz im System“ bekannt ist, hat die Politik nicht an Milliardenausgaben hindern können.)

Hier geht’s zur 7-teiligen Serie der bmvit INFOTHEK (Teil 1), die sich mit weiteren Erkenntnissen aus „Österreich unterwegs“, der österreichweiten Mobilitätserhebung 2013/14 befasst (Teil 2).

Petition für temporäre autofreie Zonen vor Schulen

Gerade ist die „Petition für temporäre autofreie Zonen vor Schulen“ von Geht doch Wien angelaufen. Die ersten, zaghaften Versuche in Wien und Salzburg sind viel zu wenig.

Bezeichnend ist, dass der Druck dafür aus der Bevölkerung kommen muss, obwohl die Maßnahme längst z.B. im Fachkonzept Mobilität und in einschlägigen Normen (RVS 03.04.13 „Kinderfreundliche Mobilität“ und RVS 03.04.14 „Gestaltung des Schulumfeldes“) festgehalten ist.

Ergebnisse der Straßenverkehrszählung Wien 2015

*Trommelwirbel*

Nach fast 1 1/2-jähriger Auswertung wurden unlängst die Ergebnisse der Straßenverkehrszählung Wien 2015 veröffentlicht.

Fazit: der Kfz-Verkehr auf Gemeindestraßen (A+B) in Wien hat gegenüber 2010 flächendeckend abgenommen (im Schnitt um 6,3 %) bei gleichzeitiger Zunahme des stadtgrenzenüberschreitenden Verkehrs (+2,5 %).

Verkehrswirksame (Bau)vorhaben seit der letzten Zählung 2010 waren die Fertigstellung der A5 bis ASt. Schrick und der S1 West, die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in den Bezirken 12 und 14 bis 17, die Eröffnung des Hauptbahnhofs und der Start der Besiedelung der Seestadt Aspern.

Hier geht’s zu den Ergebnissen:
2015
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklu…/studien/…/b008495.pdf
2010
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklu…/studien/…/b008200.pdf
2005
https://www.wien.gv.at/stadtentwicklu…/studien/…/b007603.pdf

Wirtschaftswachstum

Es gehört schon einiges an Systemunkenntnis, Ignoranz oder Rücksichtslosigkeit dazu, „Wachstum“ in einer Welt begrenzter Ressourcen als Staatsziel verankern zu wollen.

Statt endlich die bislang ohnehin zahlosen Vereinbarungen zum Klimaschutz ernst zu nehmen, soll „Wachstum“ auf die gleiche Stufe wie „Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ gestellt werden – ein Widerspruch in sich, um in Zukunft Projekte wie die 3. Piste leichter durchwinken zu können.

Aber Widerstand formiert sich bereits:
https://www.wu.ac.at/…/offener-brief-zur-beantragten-aende…/

13A

+++ FVV-Faktencheck +++

Angeblich würde der 13A durch Tempo 30 auf seiner Strecke im 8. Bezirk (~ 1,3 Kilometer) so viel Zeit verlieren, dass „mindestens drei Busse zusützlich nötig“ wären (s. „Krone“).

Zum Glück haben wir bereits vor fast 2 Jahren begonnen, die Geschwindigkeitprofile von Wiener Bus- und Straßenbahnlinien systematisch zu erheben.

Auch auf der Linie 13A hat eine Messfahrt stattgefunden, mit folgendem Ergebnis:
– der 13A benötigt knapp 1 Stunde für einen Umlauf ( = eine komplette Runde)
– über 30% davon sind Stehzeiten (in Haltestellen und an Ampeln)
– nur 7% der Zeit ist der 13A schneller als 30 km/h unterwegs
– bei Deckelung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf der ganzen Strecke beträgt die Fahrzeitverlängerung 35 Sekunden

Anmerkungen:
– die Einzelfahrt auf der Linie 13A stellt natürlich nur ein Einzelereignis dar. Da es sich allerdings um eine off-peak-Fahrt handelt (früher Nachmittag), ist damit zu rechnen, dass der „Zeitverlust“ durch T30 bei starkem Verkehrsaufkommen noch geringer ausfällt.
– um tageszeitliche Unterschiede zu identifizieren haben wir inzwischen auf ausgewählten Linien vertiefte Analysen mit bis zu 30 Fahrten pro Fahrtrichtung durchgeführt.

Prof. Knoflacher über den Bieler Westast

Und: „Steht etwas ver­kehrt, ent­steht Ver­kehr.“

Hermann Knoflacher im Interview zu einem schweizer Straßenbauprojekt, dem Bieler Westast … die Aussage ist aber beliebig übertragbar.

Das ganze Interview: https://westast.ch/wordpress/im-lauf-der-zeit/

Der erwähnte Fritz Kobi ist übrigens nächste Woche zu Gast bei unserer Ringvorlesung: Mi, 10.5., 18:00, HS EI8.

(via autofrei leben! e.V.)

Gehsteigbreite in Wien

Die Regelbreite für Gehsteige beträgt laut Richtlinien 2,0 m, wird in Wien aber leider oft unterschritten. Wir haben uns die Gehsteigbreiten systematisch angeschaut und diese schöne Karte produziert. Damit lässt sich bezirks-, grätzel aber auch baublockweise schnell identifizieren, wo dringender Verbesserungsbedarf vorliegt.

Wir freuen uns schon auf die vielen, spannenden Anwendungen.

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