Wirtschaftswachstum

Es gehört schon einiges an Systemunkenntnis, Ignoranz oder Rücksichtslosigkeit dazu, „Wachstum“ in einer Welt begrenzter Ressourcen als Staatsziel verankern zu wollen.

Statt endlich die bislang ohnehin zahlosen Vereinbarungen zum Klimaschutz ernst zu nehmen, soll „Wachstum“ auf die gleiche Stufe wie „Umweltschutz“ und „Nachhaltigkeit“ gestellt werden – ein Widerspruch in sich, um in Zukunft Projekte wie die 3. Piste leichter durchwinken zu können.

Aber Widerstand formiert sich bereits:
https://www.wu.ac.at/…/offener-brief-zur-beantragten-aende…/

13A

+++ FVV-Faktencheck +++

Angeblich würde der 13A durch Tempo 30 auf seiner Strecke im 8. Bezirk (~ 1,3 Kilometer) so viel Zeit verlieren, dass „mindestens drei Busse zusützlich nötig“ wären (s. „Krone“).

Zum Glück haben wir bereits vor fast 2 Jahren begonnen, die Geschwindigkeitprofile von Wiener Bus- und Straßenbahnlinien systematisch zu erheben.

Auch auf der Linie 13A hat eine Messfahrt stattgefunden, mit folgendem Ergebnis:
– der 13A benötigt knapp 1 Stunde für einen Umlauf ( = eine komplette Runde)
– über 30% davon sind Stehzeiten (in Haltestellen und an Ampeln)
– nur 7% der Zeit ist der 13A schneller als 30 km/h unterwegs
– bei Deckelung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf der ganzen Strecke beträgt die Fahrzeitverlängerung 35 Sekunden

Anmerkungen:
– die Einzelfahrt auf der Linie 13A stellt natürlich nur ein Einzelereignis dar. Da es sich allerdings um eine off-peak-Fahrt handelt (früher Nachmittag), ist damit zu rechnen, dass der „Zeitverlust“ durch T30 bei starkem Verkehrsaufkommen noch geringer ausfällt.
– um tageszeitliche Unterschiede zu identifizieren haben wir inzwischen auf ausgewählten Linien vertiefte Analysen mit bis zu 30 Fahrten pro Fahrtrichtung durchgeführt.

FVV-Faktencheck: ÖV-Fahrzeitverlust durch Tempo 30

Angeblich würde der 13A durch Tempo 30 auf seiner Strecke im 8. Bezirk (~ 1,3 Kilometer) so viel Zeit verlieren, dass „mindestens drei Busse zusützlich nötig“ wären (s. „Krone“).

Ausschnitt: Krone vom Mai 2017

Zum Glück haben wir bereits vor fast 2 Jahren begonnen, die Geschwindigkeitprofile von Wiener Bus- und Straßenbahnlinien systematisch zu erheben.

Auch auf der Linie 13A hat eine Messfahrt stattgefunden, mit folgendem Ergebnis:

  • der 13A benötigt knapp 1 Stunde für einen Umlauf ( = eine komplette Runde)
  • über 30% davon sind Stehzeiten (in Haltestellen und an Ampeln) – nur 7% der Zeit ist der 13A schneller als 30 km/h unterwegs
  • bei Deckelung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf der ganzen Strecke beträgt die Fahrzeitverlängerung 35 Sekunden

Geschwindigkeitsprofil der Buslinie 13A

Anmerkungen:

  • Die Einzelfahrt auf der Linie 13A stellt natürlich nur ein Einzelereignis dar. Da es sich allerdings um eine off-peak-Fahrt handelt (früher Nachmittag), ist damit zu rechnen, dass der „Zeitverlust“ durch T30 bei starkem Verkehrsaufkommen noch geringer ausfällt.
  • Um tageszeitliche Unterschiede zu identifizieren haben wir inzwischen auf ausgewählten Linien vertiefte Analysen mit bis zu 30 Fahrten pro Fahrtrichtung durchgeführt.

Prof. Knoflacher über den Bieler Westast

Und: „Steht etwas ver­kehrt, ent­steht Ver­kehr.“

Hermann Knoflacher im Interview zu einem schweizer Straßenbauprojekt, dem Bieler Westast … die Aussage ist aber beliebig übertragbar.

Das ganze Interview: https://westast.ch/wordpress/im-lauf-der-zeit/

Der erwähnte Fritz Kobi ist übrigens nächste Woche zu Gast bei unserer Ringvorlesung: Mi, 10.5., 18:00, HS EI8.

(via autofrei leben! e.V.)

FPÖ-Sprecher im Verkehr haben’s manchmal gar nicht so schwer ..

Gegenüberstellung der Presseaussendungen von Juli 2015 und April 2017

… mit ein bisschen Copy&Paste lässt sich da schnell mal eine 2 Jahre alte OTS-Aussendung recyclen.

Auch wenn aufgrund der Diktion jede sachliche Diskussion vergeblich erscheint:

  • sämtliche internationale Versuche, Kennzeichen für Radfahrer einzuführen, sind bislang gescheitert (der organisatorische Aufwand steht in keiner Verhältnis zum möglichen Nutzen)
  • es gibt keine Statistik zu „von rücksichtslosen Radfahrern provozierten Unfällen“; die häufigsten Unfallgegner von Fußgängern und Radfahrern sind jedenfalls Kfz
  • dass Kennzeichen keineswegs ein Allheilmittel gegen Verkehrssünder sind, zeigt ein Blick in die heimischen Tempo 30-Zonen (mit einer Durchschnitts(!)geschwindigkeit > 30 km/h)

Um die Wortmeldung und die medialen Aufmerksamkeit doch noch positiv zu verwerten: viele Konflikte, v.a. zwischen Fußgängern und Radfahrern entstehen dadurch, dass beide sich auf den schmalen Restflächen des Kfz-Verkehrs arrangieren müssen. Die Radlobby Wien hat u.a. deshalb eine Petition für mindestens eine Fahrradstraße pro Bezirk gestartet – dort fühlen sich Radfahrende nachgewiesenermaßen am sichersten.

Gehsteigbreite in Wien

Die Regelbreite für Gehsteige beträgt laut Richtlinien 2,0 m, wird in Wien aber leider oft unterschritten. Wir haben uns die Gehsteigbreiten systematisch angeschaut und diese schöne Karte produziert. Damit lässt sich bezirks-, grätzel aber auch baublockweise schnell identifizieren, wo dringender Verbesserungsbedarf vorliegt.

Wir freuen uns schon auf die vielen, spannenden Anwendungen.

Aktion Autofasten

Wort zum Sonntag: ein mutiges Plädoyer für mehr Verbote zum Schutz des Menschen vor sich selbst (bzw. der anderen vor uns)

A propos Sonntag: auch dieses Jahr findet wieder die tolle Aktion Autofasten statt – bei Registrierung gibt’s eine kostenlose Rechtsschutz-, Umwelt- und Haftschutzversicherung vom VCÖ – Mobilität mit Zukunft dazu!
(Von manchen Beobachtern wird der Begriff „Autofasten“ kritisch gesehen, da Fasten mit „Einschränkung“, „Enthaltsamkeit“ und einer zeitlichen Begrenzung assoziiert wird, also Autofahren als Norm, Freiheit und Grenzenlosigkeit dargestellt wird –> Framing)

Und à propos Fahrradanhänger: die werden zwar nicht gefördert, dafür eine Vielzahl von Transporträdern, wie am Donnerstag im Gemeinderat beschlossen wurde – begleitet von interessanten Wortmeldungen.

Die Dritte Piste kommt nicht – vorläufig

Die Reaktionen zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts gegen die Dritte Piste reichen von „erleichtert“ bis „katastrophales Urteil“.

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170209_OTS0162/dritte-piste-des-flughafens-wien-schwechat-darf-nicht-gebaut-werden

Der Rechtsanwalt des Flughafen Wien soll zur „Presse“ gemeint haben: „Meines Wissens ist es erstmalig, dass der Klimaschutz als Argument herangezogen wird, um ein konkretes Vorhaben zu untersagen. Ich glaube, es ist sogar weltweit zum ersten Mal der Fall.

Und tatsächlich ist es bezeichnend, dass es Gerichte braucht, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Die Politik scheint in der Abwägung Gesundheit vs. Wirtschaftsinteressen die Prioritäten meist anders zu legen.

(Mehr dazu und zum Spannungsfeld Politik – Wirtschaft – Recht erfahren Interessierte (nicht nur Studierende) übrigens in unserer Ringvorlesung „Gutachten, Gutachter und Sachverständige“.)

Die Umweltoranisation VIRUS hofft indes auf eine Vorbildwirkung dieser Entscheidung, und „dass die in bisherigen Verfahren unterrepräsentierten Schutzgüter endlich auch allgemein jenes Gewicht bekommen, das ihnen zusteht.

Weitere Medienberichte:
http://noe.orf.at/news/stories/2824899/
http://derstandard.at/2000052394662/Dritte-Landebahn-in-Schwechat-darf-nicht-gebaut-werden
http://derstandard.at/2000052401627/Nein-zu-dritter-Flughafenpiste-Gruen-und-vermessen
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170210_OTS0021/wknoe-zwazl-absage-an-dritte-piste-rueckschlag-fuer-den-wirtschaftsstandort
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170210_OTS0042/gruene-wienmaresch-freude-ueber-das-nein-des-bundesverwaltungsgerichtes-zum-bau-der-3-piste

Kfz-Verkehr nimmt ab

Good news!!

Der Motorisierungsgrad (Pkw/EW) sinkt in allen Bezirken, der Kfz-Verkehr nimmt flächendeckend im gesamten Wiener Gemeindegebiet ab.
Parkraumbewirtschaftung, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und verbilligte Jahreskarte wirken: erstmals gibt es sogar mehr Wiener Linien-Jahreskarten als Pkw.

Die Ergebnisse der alle 5 Jahre durchgeführten Straßenverkehrszählung auf Gemeindestraßen, die in Abb. 1 zusammengefasst sind, sind leider noch immer nicht verfügbar, obwohl eine Veröffentlichung Mitte 2016 geplant war.

Social Share Buttons and Icons powered by Ultimatelysocial